GSCL

Die Steganlage

Entstehung und Ausbau
Autor: Paul Galinke

1968 war das Gründungsjahr des Germersheimer Seglerclubs. Liegeplatze für die vorhandenen oder anzuschaffenden Jollen wurden benötigt. Trockenliegeplätze ließen die Verhältnisse in dem noch unausgebauten Hafen weder damals noch heute zu.

Unter den Mitgliedern wurde beraten, was zu tun sei. Ergebnis: Eine Steganlage musste her. Vorbilder gab es nicht. Als Schwimmkörper kamen leere Teerfässer vom Straßenbau in Betracht.

Nach langen Beratungen einigten wir uns auf eine Konstruktion bestehend aus 1 ½ Zoll verzinktem Wasserrohr und als Auflage Holz. Den Plan dafür habe ich erstellt. Im Winter ging es gemeinsam an die Arbeit. In der Halle der Firma Becker wurden Rohre abgelängt und mit Gewinde versehen, Holz zugeschnitten und imprägniert. Die Wasserrohre mit den Verbindungselementen erlaubten uns, Einheiten an Land zu montieren und zusammenzusetzen.

Es war ein schweres Stück Arbeit. Dank einer vorzüglichen Betreuung unserer Damen mit Essen und Getränken schwamm der Steg im Wasser auf und die Boote konnten festgemacht werden.

Das nächste Problem stellte sich mit den stark schwankenden Wasserständen ein. Die Anlage musste dem Wasserstand angepasst werden. Die Brücke wurde um eine zweite Einheit verlängert und mit einem Stützbock bei normalem Wasser abgefangen. Bei Hochwasser sorgen Schwimmkörper (Fässer) für den nötigen Auftrieb. Die Geometrie ist so angelegt, dass die Steganlage sich dem wechselnden Wasserstand anpasst.

1974 erwarb der GSCL eine Wellblechhütte. Damit war eine überdachte Unterkunft an der Anlage geschaffen. Die Schwimmkörper der Hütte hatten einen zu geringen Auftrieb. Auf Empfehlung der Fachleute beschloss eine a. o. Mitgliederversammlung neue große Schwimmkörper und eine neue Plattform für die Hütte zu bauen. An mehreren Wochenenden im Winter, auch bei strengem Frost, wurden die Arbeiten auf dem Gelände der Firma Becker durchgezogen. Nach Einbau der großen Schwimmer war es möglich, die Hütte innen auszubauen und den Aufenthalt auf der Plattform und in der Hütte zu sichern und zu verbessern.

Die Steganlage hat bislang allen Witterungseinflüssen, auch Sturm und Eis, standgehalten. Zu einem größeren Schaden kam es durch die Havarie mit einem Frachtschiff. Er konnte einvernehmlich mit dem Verursacher und wieder mit großem Arbeitseinsatz der Mitglieder schnell beseitigt werden.

Eine Generalüberholung der Anlage stand in den Jahren 1985 bis 1990 an. Durch tatkräftigen Einsatz der Mitglieder wurde das Projekt durchgezogen.

In den letzten Jahren zeichnete sich ein Wandel in den Bootstypen ab; weg von der Jolle, hin zu einem so genannten "Dickschiff". Für Yachten war die Steganlage in Boxengröße und allgemeiner Statik den erhöhten Anforderungen anzupassen.

Die Steganlage mit der Hütte hat sich bis heute gut bewährt und sehr viel zu einem gelungenen Vereinsleben beigetragen. Zu wünschen ist, dass der Anlage die notwendige Pflege zuteil wird, damit sie ihre Aufgabe zu aller Zufriedenheit erfüllt.