Turbulente Clubregatta im Rhein-Hafen
mit SWR Begleitung
Das Wetter meinte es am zweiten Juni-Wochenende fast zu gut mit den Seglerinnen und Seglern des Germersheimer Segelclubs (GSCL). Statt der angekündigten starken Winde entwickelten sich die Bedingungen insbesondere am Samstag zu einer echten Herausforderung.
Zehn Skipper bereiteten ihre Boote für die zweite Clubregatta des Jahres vor. Vorhergesagt waren Windstärken von drei Beaufort mit Böen bis sechs Beaufort aus westlichen Richtungen. Gerade in den begrenzten Hafenbecken des Rhein-Hafens Germersheim verlangen solche Bedingungen den Seglern ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und schnelle Reaktionen ab.
Der Start sowie die Anfahrt zur ersten Tonne in Höhe der Wasserschutzpolizei verliefen zunächst problemlos.

Im weiteren Rennverlauf nahmen jedoch sowohl Stärke als auch Häufigkeit der Böen deutlich zu. Mehrere Teilnehmer wurden von Materialschäden betroffen. Bei einem Boot löste sich die Schot des Vorsegels, wodurch der Skipper das Boot nicht mehr kontrolliert steuern konnte und er auf das steinige Nordostufer zutrieb. Eine plötzliche Böe drückte einen anderen Skipper gegen ein weiteres Boot. Dabei entstand ein Loch im Rumpf, glücklicherweise ohne Wassereinbruch.
Weitere Schäden betrafen unter anderem ein zerstörtes Fenster in einer Genua sowie ein gespaltenes Ruderblatt. Ein Teilnehmer musste die Regatta vorzeitig aufgeben. Unter anderem schleppte ein Nachbar aus einem benachbarten Bootshaus vier manövrierunfähige Boote zu ihren Liegeplätzen. Einmal mehr zeigte sich dabei die besondere Gemeinschaft im Rhein-Hafen: Bei Problemen auf dem Wasser ist schnelle Hilfe durch die Anlieger selbstverständlich.

Letztlich erreichten sieben Boote regulär das Ziel. Das schnellste Boot absolvierte den Kurs in knapp 27 Minuten. Trotz der zahlreichen Materialschäden blieb die Regatta erfreulicherweise ohne Personenschäden. Soweit möglich, wurden die Schäden noch vor Ort mit „Bordmitteln“ behoben. Beim Boot mit dem zerstörten Ruder war dies jedoch nicht möglich. Aufgrund der weiter zunehmenden Böen entschieden die Verantwortlichen, den geplanten zweiten Lauf abzusagen.
Am Sonntag präsentierten sich die Bedingungen deutlich moderater, die Herausforderung war nicht mehr so hoch. Bei Windstärken von zwei Beaufort mit Böen bis vier Beaufort konnten die erfahrenen Segler des GSCL ihre Boote unter gut beherrschbaren Bedingungen über den Kurs steuern.
Besonderer Gast an diesem Tag war ein Filmteam des SWR, das für die Reihe „Rheingeschichten“ den Segler Club besuchte. Während des Regattalaufs am Vormittag begleiteten Kameramann und Reporterin die Wettfahrt an Bord einer Dyas. So konnten sie unmittelbar erleben, wie sich Windböen auf das Verhalten eines Segelbootes auswirken und wie erfahrene Segler diese Kräfte für zusätzlichen Vortrieb nutzen.

Die Ergebnisse unterstrichen zudem den Vorteil einer eingespielten Crew bei anspruchsvolleren Windverhältnissen. In der Gesamtwertung setzte sich Bernhard Huber gemeinsam mit Vorschoterin Bianca L. auf seiner Monas durch. Den zweiten Platz belegte Waldemar Mankowski mit Katharina als Vorschoterin am Samstag und Alexandra am Sonntag auf einer Dyas. Rang drei ging an Roland Pöhls und Vorschoterin Brigitte auf einer Bavaria 606.

Die Reportage in der Reihe „Rheingeschichten“ in der SWR-Landesschau Rheinland-Pfalz ist in der ARD-Mediathek abrufbar.
Die nächste Clubregatta findet am 18. und 19. Juli statt. Interessierte Besucherinnen und Besucher sind herzlich willkommen. (Pö)
