Segler beenden die Saison 2026 – Flaute beim traditionellen Absegeln
Am letzten Septemberwochenende lud der Germersheimer Segler Club (GSCL) e. V. seine Mitglieder zum traditionellen Absegeln 2026 ein. Die Wettervorhersage ließ bereits ein windarmes Wochenende erwarten. Tatsächlich stellte der schwache Ostwind die Segler vor besondere Herausforderungen: Während sich die Wasseroberfläche nahezu spiegelglatt präsentierte, wehte in den oberen Bereichen der Segel gelegentlich noch ein leichter Wind.
Dieses Phänomen ist im Germersheimer Rhein-Hafen bei Ostwind keine Seltenheit. Bevor die Luftströmung das Hafenbecken erreicht, muss sie über den Rhein, die vorgelagerten Uferdämme und die dahinterliegenden Bäume hinwegziehen. Dabei wird der Wind in Bodennähe deutlich abgebremst, während in höheren Luftschichten noch ausreichend Wind vorhanden sein kann, um die Segel zu füllen. Für die Segler bedeutet diese besondere Windverteilung eine anspruchsvolle Situation: Ohne sichtbare Wellenbewegung ist es schwierig, die vorhandenen Windströmungen einzuschätzen und optimal zu nutzen.
Am Samstag sorgten leichte Luftbewegungen und vereinzelte Böen noch für etwas Fahrt auf dem Wasser. Mit viel Geduld gelang es den Teilnehmern, den Wind in den oberen Segelbereichen einzufangen und ihre Boote voranzubringen. Die ungewöhnlich langen Laufzeiten für eine einzige Runde verdeutlichten jedoch, wie schwierig die Bedingungen waren. Immer wieder mussten die Segler nach den kleinsten Windströmungen suchen, um ihre Boote in Bewegung zu halten und die Wendepunkte anzusteuern.

Am Sonntag verschärfte sich die Situation weiter. Bei strahlendem Spätsommerwetter und nahezu eingeschlafenem Ostwind herrschte im Hafenbecken fast vollständige Flaute. Selbst in den oberen Segelbereichen war kaum noch eine nutzbare Luftströmung vorhanden. Da sich auch nach dem Start keine ausreichenden Windverhältnisse einstellten, wurde die Regatta nach 30 Minuten abgebrochen.
Die ausgebliebene zweite Wettfahrt tat der guten Stimmung jedoch keinen Abbruch. Bei einem gemeinsamen Mittagessen auf der Clubterrasse genossen die Mitglieder die spätsommerlichen Temperaturen und ließen das Segelwochenende in geselliger Runde ausklingen. Gerade solche Begegnungen abseits des sportlichen Wettbewerbs machen das Vereinsleben im GSCL aus.

Den einzigen abgeschlossenen Lauf des Wochenendes gewann Stefan Horbach mit seinem Kielzugvogel. Thomas Meyer belegte gemeinsam mit seiner Vorschoterin auf einer Dyas den zweiten Platz. Roland Pöhls erreichte mit seiner Vorschoterin auf einer Bavaria 606 den dritten Rang.
Mit dem traditionellen Absegeln ging die offizielle Segelsaison 2026 beim GSCL zu Ende. Im Oktober steht noch ein gemeinsamer Arbeitseinsatz an, bei dem die Clubanlage für die Winterpause vorbereitet und winterfest gemacht wird. (Pö)
